Auszeichnung für besonderes Engagement auf dem Eichenhof Seibold
Bei strahlendem Wetter wurden Heike Engelhardt von der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken sowie Georg Weigl vom Curatorium Altern gestalten herzlich auf dem Hof empfangen – und gleich mit leckerem Kuchen verwöhnt. Eine Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt und Begegnung ganz selbstverständlich entstehen lässt. Anlass für den Besuch war die Urkundenübergabe an Heidrun Seibold-Rajabi für ihre Teilnahme an der bayerischen Weiterbildung „Kultur, Teilhabe & Älterwerden“.
Mit dieser Weiterbildung werden Menschen gestärkt, die älteren Menschen – auch Menschen mit Demenz – neue Zugänge zu Kultur, Gemeinschaft und Teilhabe eröffnen möchten. Auf dem Eichenhof Seibold wird schnell deutlich: Hier gibt es dafür bereits einen besonders fruchtbaren Boden.
Eichenhof Seibold: Ein Hof zum Durchatmen
Der Eichenhof Seibold ist seit 1986 ein Biolandhof und steht für nachhaltige Landwirtschaft sowie einen achtsamen Umgang mit Mensch und Tier. Gleichzeitig ist er Teil der Auszeithöfe – Orte, an denen Menschen zur Ruhe kommen, Natur erleben und Gemeinschaft erfahren können.
Neben Angeboten für jüngere Generationen, etwa Kindergeburtstagen, bestehen bereits Verbindungen zu drei Seniorenheimen. Mehrere Gruppen aus diesen Einrichtungen haben den Hof schon besucht und die besondere Atmosphäre vor Ort kennengelernt.
Begegnungen mit August, Otto, Simba und den Hühnern
Ein Besuch auf dem Eichenhof ist immer auch eine Begegnung mit seinen tierischen Bewohnern. Besonders freuen sich die Gäste auf die beiden Bullen August und Otto – und natürlich auf Hund Simba.
Simba verfügt über eine Therapiehundeausbildung und nimmt in der Begegnung mit älteren Menschen eine besondere Rolle ein. Er begrüßt Gäste zum Beispiel mit der Pfote oder zeigt ihnen den Weg zur Toilette. Kleine Gesten, die Orientierung geben, Nähe schaffen und oft ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Auch die rund 30 Hühner mit ihrem stolzen Hahn sind fester Bestandteil des Hoflebens. Sie bieten vielfältige Anknüpfungspunkte für Gespräche, Erinnerungen und gemeinsames Erleben.
Wo Landwirtschaft, Kultur und soziale Teilhabe zusammenkommen
Der Eichenhof Seibold zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Verbindung von Landwirtschaft, Kultur und sozialem Engagement liegt. Mit der Teilnahme an der Weiterbildung „Kultur, Teilhabe & Älterwerden“ setzt Heidrun Seibold-Rajabi einen weiteren Impuls, bestehende Angebote weiterzuentwickeln und neue Ideen auszuprobieren.
Dazu gehören unter anderem:
- ein „Kälber-Kennenlerntag“, bei dem Tiere und Hofleben im Mittelpunkt stehen
- stimmungsvolle Veranstaltungen wie „Geschichten im Stall“ rund um die Weihnachtszeit
- gemeinsames Zubereiten und Erleben, etwa beim Belegen einer „Hühnerpizza“
- spielerische Quizformate zur Aktivierung von Erinnerungen und Wissen
Ein Ort, an dem noch viel wachsen darf
Die Urkundenübergabe war damit nicht nur eine Anerkennung für das bisherige Engagement von Heidrun Seibold-Rajabi. Sie war auch ein schöner Anlass, den Blick auf das zu richten, was auf dem Eichenhof bereits gewachsen ist – und auf das, was sich in Zukunft noch entfalten kann.
Denn dieser Hof zeigt: Kultur muss nicht immer auf einer Bühne, in einem Museum oder in einem Konzertsaal stattfinden. Manchmal beginnt sie auch dort, wo ein Hund die Pfote reicht, Hühner gackern, Geschichten im Stall erzählt werden – und Menschen sich willkommen fühlen.
Im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme erhielten Heidrun Seibold-Rajabi zudem eine Schulung zum/zur Demenz Partner*in, die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) im Rahmen der Initiative Demenz Partner entwickelt wurde.