Kunst & Kultur, Wissenschaft & Generationen

Puppen, Ton und starke Erinnerungen – Urkundenübergabe in Donauwörth

Puppen, Ton und persönliche Erinnerungen zeigen in Donauwörth, wie lebendig und nahbar Kulturvermittlung sein kann. Katrin Lörch-Merkle von der Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben und Georg Weigl von Curatorium Altern gestalten besuchten Kristina Wnuk im Käthe-Kruse-Puppen-Museum. Gemeinsam mit Museumsleiterin Anja Hollands nahmen sie sich Zeit für eine besondere Führung durch das Museum und den Austausch über demenzsensible Kulturvermittlung.

Bild 1 © Stadt Donauwörth: Anja Hollands (Leiterin Museen Donauwoerth), Kristina Wnuk (Museumspädagogin Donauwoerth), Kathrin Loerch-Merkle (Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben), Georg Weigl (Curatorium Altern gestalten)

Von Katharina Simon zur weltberühmten Puppenkünstlerin

Das Museum erzählt weit mehr als die Geschichte der berühmten Käthe Kruse. Anja Hollands berichtete eindrucksvoll, wie die in einfachen Verhältnissen geborene Katharina Simon ihre Laufbahn zunächst als Schauspielerin unter dem Pseudonym „Hedda Somin“ begann. Zur Puppenkünstlerin wurde sie erst durch die Begegnung mit ihrem späteren Mann, dem damals berühmten Bildhauer Max Kruse, der sie zur Anfertigung von Spielpuppen für ihre gemeinsamen Töchter animierte. Ihre naturgetreu gestalteten und in Handarbeit hergestellten Puppen für das Kind erlangten schließlich weltweite Bekanntheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Puppenmanufaktur ihren neuen Standort in Donauwörth – bis heute ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte.

Eine gemeinsame Zukunft für die Donauwörther Museen

Besonders spannend ist der Blick in die Zukunft: Die Donauwörther Museumslandschaft soll künftig unter einem Dach zusammengeführt werden. Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum, das Heimatmuseum, das Haus der Stadtgeschichte und das Archäologische Museum, das derzeit geschlossen ist, sollen gemeinsam ein neues Museum bilden und die Geschichte der Region einerseits sowie das Leben und Werk Käthe Kruses andererseits auf vielfältige Weise erlebbar machen.

Kulturelle Teilhabe im Museum

Schon heute zeigen die Museen Donauwörth, wie kulturelle Teilhabe gelingen kann. Im Käthe-Kruse-Puppen-Museum steht beispielsweise ein Museumsführer in Leichter Sprache zur Verfügung und ermöglicht Besucherinnen und Besuchern einen möglichst selbstständigen Zugang zu den Ausstellungen.

„Teekränzchen und Ton“ – das Museum kommt zu den Menschen

Noch einen Schritt weiter geht Kristina Wnuk mit ihrem aufsuchenden Vermittlungsangebot „Teekränzchen und Ton“. Hier kommen nicht die Menschen ins Museum – sondern das Museum zu den Menschen. Mehrmals im Jahr besucht sie Senioreneinrichtungen in einem Umkreis von rund 30 Kilometern um Donauwörth und bringt mit einem Museumskoffer ausgewählte Objekte und Geschichten direkt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern. Anschließend wird gemeinsam kreativ gearbeitet – mit Ton oder Origami. Die Themen werden individuell mit den Einrichtungen abgestimmt und schaffen wertvolle Anknüpfungspunkte an persönliche Erinnerungen und Lebenserfahrungen.

Sensibel mit Erinnerungen umgehen

Gerade eine besondere Erfahrung motivierte Kristina Wnuk zur Teilnahme an der Weiterbildung „Kultur, Teilhabe & Älterwerden“. Während eines Angebots lösten Museumsobjekte bei einer Teilnehmerin intensive Kriegserinnerungen aus. Diese Situation machte deutlich, wie wichtig ein sensibler und professioneller Umgang mit biografischen Erinnerungen und Menschen mit Demenz ist. Die Weiterbildung bot hierfür wertvolle fachliche Impulse und stärkte ihre Sicherheit im Umgang mit solchen herausfordernden Momenten.

Museen als Orte der Erinnerung und Begegnung

Beim gemeinsamen Rundgang wurde deutlich, dass Museen heute weit mehr sind als Orte des Sammelns und Bewahrens. Sie können Erinnerungen wecken, Gespräche anregen, Kreativität fördern und Begegnungen schaffen. Gerade Puppen, Alltagsgegenstände oder archäologische Fundstücke werden zu Türöffnern für Geschichten, Emotionen und gemeinsame Erlebnisse.

Im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme erhielt Museumspädgaogin Kristina Wnuk zudem eine Schulung zum/zur Demenz Partner*in, die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) im Rahmen der Initiative Demenz Partner entwickelt wurde.

Kontakte

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Pflegstraße 21 b
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