Alpakas, Teilhabe und Demenz auf dem Bruggerhof
Alpakas, Teilhabe und Demenz – diese drei Begriffe standen beim Besuch auf dem Bruggerhof plötzlich ganz nah beieinander. Am 10. April 2026 wurden dort die Urkunden im Rahmen der Weiterbildung „Teilhabe, Kultur & Älterwerden“ übergeben. Dabei entstand nicht nur ein feierlicher Moment, sondern auch die Idee für ein neues Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.
Kathrin und Hans Loder nahmen ihre Auszeichnung direkt auf dem Bruggerhof entgegen: umgeben von Natur, Tieren und einer ruhigen Atmosphäre, die sofort spürbar macht, wie viel Potenzial dieser Ort für Begegnung und Teilhabe bietet.
Ein Ort für Begegnung und Naturerleben
Mit dabei waren Gabriele Kuhn von der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern, Stefanie Otterbein vom Landratsamt Dachau sowie Georg Weigl von Curatorium Altern gestalten.
Schnell wurde klar: Es geht hier nicht nur um eine Urkunde. Es geht um das, was daraus entstehen kann. Denn die bestehenden Angebote auf dem Bruggerhof sind bereits offen und inklusiv. Im Gespräch entstand die Idee, noch einen Schritt weiterzugehen: ein Angebot, das gezielt Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen anspricht.
Alpakas als Brücke zur Teilhabe
Mit dem Angebot „Unvergesslich flauschig – sanfte Begegnung: Alpakas als Brücke zur Teilhabe“ soll genau das Wirklichkeit werden.
Geplant ist ein Format, das Zeit zum Ankommen lässt: mit Kaffee und Kuchen, dem ruhigen Beobachten der Tiere und kleinen sinnlichen Momenten. Wolle fühlen, Heu riechen, Natur erleben – ohne Druck, ohne Hektik. Dafür mit viel Raum für Wohlbefinden und echte Begegnung.
Gerade Tiere können Zugänge schaffen, die über Sprache hinausgehen. Ein Blick, ein weiches Fell oder ein gemeinsames Staunen können Nähe ermöglichen und Erinnerungen wecken.
Schritt für Schritt zu einem demenzsensiblen Angebot
Gemeinsam wurde überlegt, wie ein guter Einstieg aussehen kann: vielleicht mit einer kleinen Gruppe, vielleicht gemeinsam mit Tagespflegen, Angehörigen oder lokalen Fachstellen. Vieles ist noch offen – und genau darin liegt die Stärke.
Denn es geht nicht um fertige Konzepte, sondern darum, genau hinzuschauen: Was brauchen die Menschen wirklich? Welche Rahmenbedingungen schaffen Sicherheit? Und wie kann der Bruggerhof zu einem Ort werden, an dem Teilhabe ganz selbstverständlich gelingt?
Aus Weiterbildung wird gelebte Teilhabe
Der Besuch auf dem Bruggerhof hat gezeigt, wie aus einer Weiterbildung etwas Lebendiges werden kann. Aus einem Zertifikat wächst eine Idee. Und aus einer Idee kann ein neues Angebot entstehen: niedrigschwellig, sinnlich, menschlich – und eben unvergesslich flauschig.
Im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme erhielten Kathrin und Hans Loder zudem eine Schulung zum/zur Demenz Partner*in, die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) im Rahmen der Initiative Demenz Partner entwickelt wurde.